Praxis für Gerichtspsychologie Prof. H. Dettenborn
Praxis für GerichtspsychologieProf. H. Dettenborn

 

Schulfähigkeitsgutachten


Im gerichtlichen Auftrag erstelle ich Gutachten zur Schuldfähigkeit gemäß 

§§ 20 und 21 StGB erstellt - wenn es die konkrete  Fragestellung erfordert, in Zusammenarbeit mit einem Psychiater. Die Schuldfähigkeitsbegutachtung folgt dem durch die gesetzlichen Vorschriften vorgegebenen zweistufigen Konzept und den geltenden fachlichen Standards seiner Umsetzung.
In einer sog. biologisch-psychologischen Stufe wird zunächst geprüft, ob zum Tatzeitpunkt eine psychopathologisch relevante Störung oder eine kognitive bzw. motivationale Besonderheit (z.B. in den Affektverläufen) vorlagen (Frage nach den Voraussetzungen der Diagnose). Sodann wird geprüft, ob eine solche zum Tatzeitpunkt eventuell vorhandene Störung einem der in § 20 StGB genannten Eingangsmerkmale (juristische Kategorien) entspricht:
 

  • Krankhafte seelische Störung              
  • Tiefgreifende Bewusstseinsstörung
  • Schwachsinn
  • Schwere andere seelische Abartigkeit.

Trifft dies zu, wird in eine zweite Stufe der Begutachtung eingetreten.
In der sog. psychologisch-normativen Stufe wird geprüft, ob durch die in der ersten Stufe festgestellten Faktoren (Eingangsmerkmale) zum Tatzeitpunkt die Fähigkeit aufgehoben oder erheblich vermindert war, das Unrecht der Tat einzusehen (Einsichtsfähigkeit) oder nach dieser Einsicht zu handeln (Handlungs- und Steuerungsfähigkeit). Die Einsichtsfähigkeit wird als kognitive Handlungskomponente und die Steuerungsfähigkeit als motivationale Handlungskomponente verstanden und untersucht.
Die gutachterliche Bestätigung einer kausalen Beziehung zwischen dem             psychischen Status und der fehlenden oder eingeschränkten individuellen Einsichts- oder Steuerungsfähigkeit als Tatzeitverfassung ermöglicht auf juristischer Ebene, von der Aufhebung bzw. der Einschränkung der Schuldfähigkeit des Täters auszugehen.

Literatur


Boetticher, A, Nedopil, N., Bosinski, H.A.G. & Saß, H. (2007).                 Mindestanforderungen für Schuldfähigkeitsgutachten. Forens Psychiatr Kriminol 1 (1) 3-9.
 
Dahle, K.-P. & Volbert, R. (2010). Die Begutachtung der Schuldfähigkeit,  strafrechtlichen Verantwortlichkeit und Entwicklungsreife. In Volbert, R. & Dahle, K.-P. Forensisch-psychologische Diagnostik im Strafverfahren. Göttingen: Hogrefe, 115- 151.
 
Häßler, F., Kinze, W,. & Nedopil, N. (Hrsg.) (2011). Praxishandbuch                 Forensische Psychiatrie des Kindes-, Jugend- undErwachsenenalters.                 Grundlagen, Begutachtung und Behandlung. Berlin: Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft.
 
Kröber, H.-L., Dölling, D., Leygraf, N. & Saß, H.(Hrsg.) (2007).                 Handbuch der forensischen Psychiatrie. Band 1: Strafrechtliche                 Grundlagen der Forensischen Psychiatrie. Heidelberg: Steinkopff Verlag.
 
Schöch, H. (2007). Schuldfähigkeit. In Kröber, H.-L., Dölling, D., Leygraf, , N. und Sass, H. (Hrsg.): Handbuch der Forensischen Psychiatrie: Band 1 Strafrechtliche Grundlagen der Forensischen Psychiatrie. Steinkopff Verlag, 92-158.
 
Scholz, O. B. & Schmidt, A. (2008). Schuldfähigkeit. In Volbert, R. & Steller, M. (Hrsg.) Handbuch der Rechtspsychologie. Göttingen: Hogrefe, 401-411.

                 

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