Praxis für Gerichtspsychologie Prof. H. Dettenborn
Praxis für GerichtspsychologieProf. H. Dettenborn

 

Polygrafiegutachten
("Lügendetektor")

 


Polygrafie-Gutachten werden als Dienstleistung angeboten. Sie werden
durchgeführt auf der Grundlage einer speziellen Ausbildung mit Zertifizierung
sowie jahrzehntelanger Erfahrung mit einem Computerpolygrafen
(alltagssprachlich „Lügendetektor") der Fa. Axciton.

Ziel der Untersuchung ist festzustellen, ob eine Person konkrete Handlungen
wahrheitsgemäß oder wahrheitswidrig abstreitet.

Es geht um die physiopsychologischen Beurteilung und Abklärung eines Verdachts.
Die Methode basiert darauf, dass jeder Mensch für ihn unmerkliche und nicht
bewusst steuerbare physiologische Signale abgibt, wenn er eine Situation als
bedeutsam bzw. bedrohlich bewertet.

Der zu untersuchenden Person werden vorher durchgesprochene Fragen gestellt,
auf die sie mit „Ja“ oder „Nein“ antworten kann. Dabei werden physiologische
Reaktionen (Biosignale) registriert. Der Test dauert ca. drei Stunden.

Die Durchführung des Polygrafietests ist standardisiert und an international
geltende Richtlinien gebunden.


Service

Straftaten

Diebstahl, Unterschlagung, Datenmanipulation, Geheimnisverrat; Sexualdelikte,
insbesondere sexueller Missbrauch, sowie Kindesmisshandlung (hier werden nach
wie vor Polygrafiegutachten von Gerichten in Auftrag gegeben mit der
Begründung, dass man unabhängig von BGH-Urteilen im konkreten Fall wissen will,
wovon auszugehen ist). Dem Verdächtigten stehen meist keine anderen
Möglichkeiten zur Verfügung, seine Unschuld zu beweisen.

Wirtschaft/Verwaltung

Die eigene Praxis schließt Erfahrungen in der Anwendung der Polygrafiemethode
im Bereich von Unternehmen, Versicherungen, Banken und in der Verwaltung ein.
Dabei geht es um die Verdachtsaufklärung zu rechtswidrigen Handlungen (z.B.
Diebstahl, Betrug, Veruntreuung, Manipulation an Datenschutzsystemen oder
Sicherheitstechnik, Sabotage am Arbeitsplatz, Geheimnisverrat) mit materiellem
oder ideellen Werten (Geld, Güter, Drogen, Daten, vertrauliche Informationen)
Der Kreis der in Frage kommenden Personen ist meist überschaubar.

Unternehmen der deutschen Wirtschaft werden durch solche Delikte Jahr für Jahr
um mehrere Milliarden Euro geschädigt, wobei die knappe Hälfte durch die
eigenen Mitarbeiter verursacht wird. Die Tendenz ist steigend, die Dunkelziffer
beträchtlich.

Besteht in einem Unternehmen ein begründeter Verdacht werden Aufklärung und
Schadensbegrenzung dringend. Aber Polizei und Staatsanwaltschaft einzubeziehen,
bedeutet Ermittlung ohne Rücksicht auf Unternehmensimage und auf störungsfreien
Fortgang von Betriebsabläufen. Zudem werden oft Überlastung, mangelnde Qualität
und ungenügendes Tempo in der Arbeit dieser Behörden befürchtet. Deshalb wird
in interne Verdachtsabklärung, Aufrechterhaltung des Betriebsklimas und rasche
Entlastung und Mitarbeitern angestrebt. In dieser Konstellation wird der
Polygraf in vielen Ländern, z. B. in Israel, Spanien, USA, breit genutzt. Die
eigenen Erfahrungen erstrecken vom Verdacht gegen einen LKW-Fahrer, dessen
Fahrzeug mit hochwertigen Elektronikgeräten verschwunden ist, bis hin zum
Betrugsverdacht gegen einen Fondmanager.

Zusammenarbeit mit Detekteien

Eine langjährige Zusammenarbeit mit Detekteien erstreckt sich auf Polygrafie
Untersuchungen sowohl im Bereich von Wirtschaft und Verwaltung wie auch im
privaten Bereich (s. unten). Ablauf: Annahme des Auftrages vom Kunden durch die
Detektei, Bezahlung eines von der Detektei festgelegten Preises durch den
Kunden an die Detektei, Auftrag der Detektei an mich, Durchführung des
Auftrages, Bezahlung des Gutachtens durch die Detektei. Die Kosten belaufen
sich im Durchschnitt bei privat auf 940 € plus Mehrwertsteuer, bei
Unternehmen/Institutionen nach Vereinbarung.

Privatbereich

Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit anderer Personen im Privatbereich können
sich auf einen breiten Bereich von Handlungsweisen beziehen, er reicht von
Untreue bis Eigentumsdelikte, von Körperverletzung bis sexuellen Missbrauch.
Gegenstand des Verdachts müssen konkrete Handlungen sein, die vom Verdächtigten
abgestritten werden.

Die Kosten belaufen sich im Durchschnitt auf 940 € plus Mehrwertsteuer.

Spezielle Anwendung: Verdacht auf sexuellen Missbrauch oder Kindesmisshandlung

Besonders umfangreiche Erfahrung besteht in der Erstellung von
Polygrafiegutachten für Gerichte und im privaten Bereich bei Verdacht auf
sexuellen Missbrauch oder Kindesmisshandlung.
Die Methode ist hier eine effektive Entscheidungshilfe besonders dann,
• wenn das Kind auf Grund seines geringen Alters keine brauchbaren Aussagen
machen kann,
• wenn die Aussagen eines Kindes durch suggestive Einwirkungen oder häufige
Befragungen deformiert und nicht mehr verwendbar sind,
• wenn das Kind durch Einbeziehung in die anhaltenden affektiven
Auseinandersetzungen der Bezugspersonen vorgeschädigt ist und Befragungen des
Kindes eine Sekundärtraumatisierung bewirken könnten, die im Sinne des
Opferzeugenschutzes vermieden werden sollte
• wenn für eine Kindesmisshandlung oder einen Missbrauch mehrere Personen in
Frage kommen und zu klären ist, auf welche Person(en) der Vorwurf zutrifft.

Vorteile: Bei dem oft vagen Verdacht des sexuellen Missbrauchs entsteht oft das Dilemmazwischen Schutz des möglicherweise geschädigten Kindes und dem Schutz der Integrität eines evtl. Unschuldigen (z. B. eines Verwandten). Beides dient
letztlich dem Wohl des Kindes (Fortsetzung kindeswohldienlicher Beziehungen zur
verdächtigten Person, Vermeidung weiterer Befragungen) wie auch der
verdächtigten Person (Erhalt der Beziehungen, des beruflichen Status usw.).
Deshalb ist es oft notwendig, möglichst rasch Gewissheit zu erlangen, ob die
Verneinung des Missbrauchs wahrheitsgemäß oder wahrheitswidrig ist.

 

Durchführung
und Funktionsweise


Der zu untersuchenden Person werden vorher durchgesprochene Fragen gestellt,
auf die sie mit „Ja“ oder „Nein“ antworten kann. Dabei werden physiologische
Reaktionen (Biosignale) registriert.

Der Testdauert ca. drei Stunden und besteht aus Vorinterview (gemeinsame Erarbeitungder Fragen, Erklärung der Funktionsweise), Probelauf zur Feststellung der individuellen Reaktionen, Haupttest (drei Durchgänge mit den vorher erarbeiteten Fragen), Nachbesprechung.

Die anschließende Auswertung geschieht mittels Softwareprogrammen und einer
standardisierten Handauswertung. Ein schriftliches Gutachten wird erstellt.


Durchführungsprinzipien

Es gilt das Prinzip der Freiwilligkeit.

Ferner gilt das Transparenz-Prinzip. Während der Durchführung wird jeder
Schritt erklärt. Die Testfragen gemeinsam werden erarbeitet. Es werden nur die
Fragen gestellt, die vorher besprochen wurden.

Eine häufige Befürchtung ist, dass die Erregung wegen der existenziell
wichtigen Befragungssituation und des bestehenden Verdachts die eigentlichen
Testreaktionen verfälschen und überlagern könnte. Dem wird im Rahmen des
standardisierten Vorgehens folgendermaßen begegnet:
• Abbau solcher Befürchtungen bei den Vorbesprechungen
• Probelauf bei dem einerseits das individuelle Reaktionsniveau mit allen
Begleiteinflüssen registriert und zugleich verdeutlicht wird, dass das Gerät
unabhängig von solchen Einflüssen funktioniert.

Literatur

Dettenborn, H. (2003). Anmerkungen zum Polygrafie-Beschluss des BGH für das
Zivilverfahren. Familie Partnerschaft Recht 10, 559-566.

Offe, H. & Offe, S. (2001). Das BGH-Urteil zum Polygraphen: Eine
Herausforderung für die Psychologie. Praxis der Rechtspsychologie, 11. Jg. H.
1, S. 5 - 15.

Rill, H.-G., Gödert, H.W. & Vossel, G. (2003). Forensische
Psychophysiologie ("Lügendetektion"). Ein Plädoyer für den
Tatwissenstest. Monatsschrift für Kriminologie und Strafrechtsreform. 86 (3)
165-180.

Schüssler, M. (2003). Das endgültige Aus oder neue Hoffnung für den
"Lügendetektor"? Juristische Rundschau, 188-196.

 

Kontakt

Prof. Dr. Harry Dettenborn
Praxis für Gerichtspsychologie
Mauerstraße 77
10117 Berlin

Telefon: (030) 47 47 20 00
Telefax: (030) 47 47 20 10
E-Mail:

dettenborn@gerichtspsychologie.com

 

 

 

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